Gelbkörperschwäche und Kinderlosigkeit

Bei unerfülltem Kinderwunsch besteht nicht selten eine Gelbkörperschwäche

Online-Test Hormon-Balance

Im weiblichen Körper bildet sich nach dem Eisprung in einem der beiden Eierstöcke der sogenannte Gelbkörper. Seine Aufgabe besteht darin, das Gelbkörperhormon (Progesteron) zu bilden. Neben Estradiol gehört Progesteron zu den wichtigsten Sexualhormone der Frau. Nach dem Eisprung wird bei einer Gelbkörperschwäche (auch Lutealinsuffizienz) der Gelbkörper unzureichend ausgebildet. Die Wirkungen und Aufgaben des Gelbkörperhormons im Organismus sind sehr vielfältig und wichtig.

Die Gelbkörperschwäche ist eine der häufigsten Urachen für unerfüllten Kinderwunsch, weil das Gelbkörperhormon nach dem Eisprung für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich ist. Bei Gelbkörperschwäche ist die Einnistung des Embryos gestört und der Erhalt der Schwangerschaft auch nach der Einnistung (Nidation) gefährdet. Unter schlechten hormonellen Bedingungen kommt es häufiger zu einem frühen Abort.

Progesteron reduziert die Muskelaktivität der Gebärmutter, ist wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirnes. Eine Gelbkörperschwäche ist aber keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Funktionsstörung, die durch verschiedene Regulationsstörungen verursacht werden kann. Nicht selten sind eine Mangelversorgung mit Vitalstoffen und Dauerstress mit nachfolgender Nebennierenschwäche Faktoren, die eine Gelbkörperschwäche begünstigen. Obwohl die Gelbkörperschwäche ist in unserem westlichen Kulturkreis eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit ist, bleibt sie häufig unbehandelt.

Symptome

Eine Gelbkörperschwäche bleibt sehr häufig unerkannt, weil sich deutliche klinische Zeichen wie Zyklusstörungen bei einer Gelbkörperschwäche nur selten direkt zeigen. Eine Gelbköperschwäche kann erkannt werden an einem verkürzten Zyklus, vor allem dann, wenn nach regelmäßigem Eisprung speziell die zweite Zyklushälfte verkürzt ist. Auch ist der Blutspiegel des Gelbkörperhormons in der zweiten Zyklushälfte erniedrigt. Der Hormonspielgel kann morgens von zu Hause aus mit einem Speicheltest selbst durchgeführt werden.

Symptome einer Gelbkörperschwäche sind:

  • die zweite Zyklushälfte ist verkürzt (< 12 Tage)
  • es treten Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte auf
  • Progesteronmangel im Speicheltest
  • vorausgegangene Fehlgeburten
  • allgemeine Symptome siehe unten

Andere Symptome, die mit einer Gelbkörperschwäche jedoch zu selten in Verbindung gebracht werden, treten unabhängig voneinander auf und sind auch bekannt unter der Bezeichnung Prämenstruelles Syndrom (PMS):

Körperliche Symptome:

  • Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Rückenprobleme
  • Vermehrte Wassereinlagerungen im Körper
  • Myome in der Gebärmutter
  • Zysten in den Brüsten oder in den Eierstöcken
  • Blasenschwäche
  • Störungen der Schilddrüsentätigkeit
  • Schwindelzustände
  • Veränderungen am Muttermund (schlechte PAP-Werte oder Polypen)

Psychische Symptome:

  • Allgemeine Verschlechterung des Wohlbefindens und das Gefühl der Erschöpfung
  • Depressive Verstimmungen
  • Reizbarkeit, Aggression
  • Innere Unruhe, Nervosität
  • Konzentrationsstörungen, Denk- und Merkstörungen

Oft wird die Gelbkörperschwäche erst erkannt, wenn schon mehrere Fehlgeburten oder missglückte Befruchtungsversuche aufgetreten sind. Nachzuweisen ist die Gelbkörperschwäche durch einen Speicheltest in der zweiten Zyklushälfte. Bei einer Gelbkörperschwäche kann der zweite Teil des Zyklus allerdings verkürzt sein und dauert dann statt 14 Tage nur 12 Tage. Ohne medizinische Diagnostik ist die Gelbkörperschwäche dann feststellbar, wenn die Körpertemperatur in der zweiten Zyklushälfte nur schleppend ansteigt.

Mit dem folgenden Selbsttest können Sie feststellen, wie stark Ihr allgemeines Beschwerdebild auf eine Gelbkörperschwäche zutrifft, unabhängig von vorausgegangen Schwangerschaftskomplikationen. Weil die Symptome bei Gelbkörpermangel nicht selten durch die Störungen der benachbarten Hormonachsen ausgelöst und bei der Behandlung berücksichtigt werden sollten, werden neben Progesteron auch Störungen der Schilddrüse, der übrigen Sexualhormone und Stresshormone in diesem Test ebenfalls ebenfalls analysiert.



Bei einem ersten Verdacht und bei Symptomen des Prämenstruellen Syndroms empfiehlt es sich also, auf jeden Fall einen Arzt aufzusuchen. Nicht nur die Unfruchtbarkeit ist ein Symptom der Gelbkörperschwäche, es kann auch zu vermehrten Fehlgeburten kommen, da die Schleimhaut der Gebärmutter nicht nährstoffreich und stabil genug für den heranwachsenden Fötus ist.

Diagnose

Ein Hormontest im Blut, besser noch im Speicheltest zeigt am 21. Zyklustag einen Progesteronmangel. Besonders aussagekräftig ist die Beurteilung des Estradiolspiegels im Vergleich zu seinem Gegenspieler, dem Progesteron. Während der Quotient von Progesteron zu Estradiol in der ersten Zyklushälfte 30:1 sein sollte, ist bei einer gesunden Gelbkörperproduktion ein Verhältnis von 50:1 zu erwarten. Bei nachgewiesenem Progesteronmangel und Verdacht auf Gelbkörperschwäche ist diagnostisch der Ausschluss einer Nebennierenschwäche erforderlich, welcher sehr häufig die Ursache für einen unzureichenden Progesteronspiegel ist.

Ursachen

Die Ursachen für eine Störung des Gelbkörpers sind vielfältig. Die Eierstöcke selbst können geschädigt sein, zum Beispiel durch vorangegangene Infektionen. Sehr häufig wirken sich Funktionsstörungen der Nebenniere, der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse (Diabetes) negativ auf die Hormonproduktion der Eierstöcke aus und führen auf diese Weise zur Unfruchtbarkeit. Auch chronische Reizzustände des Darmes führen, bedingt durch Vitamin- und Mineralstoffverluste zu einer reduzierten Ovarialfunktion mit Symptomen der Gelbkörperschwäche.Eine weitere Erkrankung ist die sogenannte Ovarialinsuffizienz. Hierbei werden die beiden in der Hirnanhangdrüse produzierten Hormone FSH und LH unzureichend ausgeschüttet, wodurch die Eierstöcke zu wenig stimuliert werden.

Bei einer Gelbkörperschwäche kann auch die Durchführung einer Haarmineralanalyse wichtig sein, vor allem wenn Hinweise für eine chronische Belastung mit Schwermetallen vorliegen sollten. Eine Schwermetallbelastung kann sowohl die Fruchtbarkeit der Keimzellen als auch die steuernde Funktion der Hypophyse erheblich beeinträchtigen.

Behandlung

Zur Behandlung einer Gelbkörperschwäche werden verschiedene Präparate eingesetzt, die eine unzureichende Hormonproduktion ausgleichen sollen. Neben Clomifen werden zur Behandlung Gonadotropine, Utrogest und Duphaston verwendet.

In der natürlichen Hormontherapie werden wegen der besseren Dosierbarkeit bevorzugt Progesteroncremes eingesetzt, nicht selten individuell mit weiteren Hormonen und Hormonvorstufen kombiniert. Dadurch eröffnet sich im Rahmen der natürlichen Behandlung die Möglichkeit, gleich mehrere Hormonachsen therapeutisch zu beeinflussen und besonders günstige Bedingungen für das schwanger werden zu ermöglichen.

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